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Schwarzwald Juni 2015

Clubreise 2015 in den Schwarzwald

 

Do, 4. Juni: Mit 7 Rosenheimern und 4 Kolbermoorern und bester Stimmung ging es mit M – RE – RE (6.29 – 12.37 Uhr; umsteigen in München Hbf und Ulm Hbf) nach Donaueschingen. Fußweg zum Hotel Wyndham Garden, Hagelrainstraße 17. Einchecken ohne Zimmerbezug (die waren noch nicht fertig). Im Hotel erhielt jeder Teilnehmer eine Konus-Gästekarte (KOstenlose NUtzung des ÖPNV für Schwarzwaldurlauber), mit der wir alle Verkehrsmittel im Schwarzwald (von Karlsruhe bis Basel und Freiburg bis Donaueschingen) an allen Tagen frei benutzen konnten. Diese Konus-Karte ist in der Kurtaxe von 1,00 Euro pro Tag inbegriffen!!! Mit HzL – IRE (14.39 – 15.17 Uhr; umsteigen in Donaueschingen) ab Haltestelle Donaueschingen Mitte/Siedlung fuhren wir nach Triberg. Wanderung auf dem unteren Erlebnispfad der Schwarzwaldbahn. Der Weg ist absolut lohnend. Allein der herrliche Wald war beeindruckend. Dazu kamen natürlich die verschiedenen Ausblicke auf die Strecke der Schwarzwaldbahn. Dazu wurden zwei Aussichtskanzeln errichtet, von denen die Sicht auf verschiedene Streckenstücke ungestört möglich war, ohne dafür Bäume fällen zu müssen. Einen IRE oder RE konnten wir vom Aussichtspunkt oberer Dreibahnenblick auf der Talfahrt beobachten. Einschließlich Halt in Triberg benötigte der Zug dafür rund 8 Minuten. Als besonderes Schmankerl konnte wir dann die Fahrt eines fahrplanmäßigen Dampfzuges verfolgen. Der Zug – gezogen von 86 333 und nachgeschoben von V 100 1041 - verkehrt von Hausach über Villingen nach Rottweil. Rückfahrt mit IRE (18.40 – 19.12 Uhr) nach Donaueschingen. Abendessen im Bräustüble der Brauerei Fürstenberg. Fußweg zum Hotel.

 

Fr, 5. Juni: Nach dem Frühstück Fußweg zum Bahnhof Donaueschingen. Mit RE (9.39 – 10.35 Uhr) nach Hausach. Besuch der Schwarzwald-Modellbahn. Die Anlage ist sehr weitläufig und die Streckenführung gibt das Original recht gut wieder, wobei auch auf der Anlage ein sehr beachtlicher Höhenunterschied bewältigt wird. Besonders eindrucksvoll sind die sehr vielen Bäume, die jedoch nicht annähernd den wirklichen Schwarzwald wiedergeben können, da sie alle gleich aussehen und alle im immer gleichen Abstand (immerhin recht dicht) in Reih‘ und Glied nebeneinander stehen. Gut gefallen konnten auch einige Seitentäler und die Häuser im Schwarzwald-Stil. Ein besonderes Highlight der Anlage ist der imposante Hornberger Viadukt. Züge fahren genug, Autos eher wenige. Aber dass die Fahrzeuge gar nicht so sehr im Mittelpunkt stehen wie die Landschaft, ist eher ein Vorzug der Anlage.

Anschließend ging es in zwei Gruppen mit RE bzw. IRE und Bus (entweder 11.18 - 12.50 Uhr oder 12.18 – 13.56 Uhr; umsteigen in Donaueschingen) nach Blumberg-Zollhaus. Dampfzugfahrt (mit einer grünen Lok der Baureihe 38 [Nr. 2455 Posen, 2001 aus Rumänien geholt] und mehreren Umbauwagen der Bauart 3y und 4y) auf der Sauschwänzlebahn. Die Fahrt mit der Sauschwänzlebahn ist ein echter Eisenbahngenuss für Eisenbahnfreunde. Gleich nach Zollhaus-Blumberg geht es durch einen 800 m langen Tunnel in ein Tal, das auf drei großen Brücken überquert wird: Biesenbach-Viadukt (252 m), Talübergang Epfenhofen (264 m) und Talübergang Fützen (153 m). Namensgeber der Strecke ist der Stockhalde-Kreiskehrtunnel (1700 m lang), der einzige Kreiskehrtunnel in Deutschland. Außer dem Weiler Kehrtunnel (1200 m) im Wutachtal gibt es auf der Strecke drei weitere Tunnel. Die Strecke verläuft ganz nahe der Schweizer Grenze, war als Militärbahn mit maximal 1 % Steigung konzipiert und musste daher mit vielen Kehren und Schleifen von 9,6 km Luftlinie auf 25 km Streckenlänge verlängert werden, um den Höhenunterschied zwischen Weizen (471 m ü. NN) und Blumberg (702 m ü. NN) bewältigen zu können.

Nach der Rückkehr aus Weizen ging es gleich mit Bus (16.46 – 17.13 Uhr) zurück nach Donaueschingen. Abendessen im Gasthof „Zum Hirschen“, Herdstraße 5. Fußweg zum Hotel. Einige Herrschaften ließen es sich noch auf der Hotelterrasse gut gehen.

 

Sa, 6. Juni: Nach dem Frühstück ab Donaueschingen Mitte/Siedlung fuhren wir mit HzL – RE – RB – RB (7.35 – 9.16 Uhr; umsteigen in Donaueschingen, Neustadt [Schwarzwald] und Titisee) nach Seebrugg. Dampfzugfahrt auf der Dreisseenbahn zurück nach Titisee. Von dort mit RB (11.08 – 11.48 Uhr) auf der Höllentalbahn (eine DB-Steilstrecke) nach Freiburg. Straßenbahnfahrt in die Innenstadt. U. a. Turmbesteigung des Freiburger Münsters durch vier Leute aus der Gruppe. Nach dem Aufenthalt in der Innenstadt noch Straßenbahnfahrten quer durch Freiburg. Anschließend ging es mit RE – IRE (15.07 – 16.33 Uhr) nach Rastatt. Dort erreichten wir einen verspäteten Eilzug (Plan 16.29 – 17.30 Uhr) der Karlsruher Stadtbahn und konnten somit in Freudenstadt 30 Minuten eher als geplant ankommen. Abendessen im Turmbräu am Freudenstädter Marktplatz. Das Essen war gut, die Bedienungen teilweise heute aber ohne rechten Durchblick. Mit S – SWE – RE (19.32 – 22.16 Uhr; umsteigen in Freudenstadt Hbf und Hausach) fuhren wir wieder nach Donaueschingen. Fußweg zum Hotel.

 

So, 7. Juni: Stadtführung auf Schusters Rappen zum Thema „Donau“. Vom Hotel waren es gut 3,5 Kilometer zum Zusammenfluss von Brigach und Breg. So führte uns diese Wanderung zunächst vorbei an der (derzeit nicht zugänglichen) Quellenfassung im fürstlichen Schlosspark. Dabei war zu erfahren, dass die Fürstenfamilie in Donaueschingen sehr große Grundstücke besitzt. Die Erben haben vor 9 Jahren dann viele Zugänge in die Parks, zu den Reitplätzen und auch zur Donauquelle gesperrt, so dass das Verhältnis zur Gemeinde eher angespannt ist. Auf dem Weg vorbei am Liebermann-Haus waren etliche Kunst-Installationen zu sehen und dann viele Reitplätze und Stadien für die alljährlichen großen Reiterwettkämpfe im Herbst.

 

Die Donauquelle in Donaueschingen (so benannt seit der Römerzeit) ist eine starke Karstquelle mit einer Schüttung von 15 bis 70 l Wasser pro Sekunde. Wegen Restaurierung ist die Quellanlage nur eine Baustelle, wodurch sich das Wasser aber nicht am Quellen hindern läßt. Durch ein 90 m langes Rohr gelangt dann das kleine Quellbächle in die Brigach, die hier schon ein richtiger Fluss ist. Dabei ist sie noch nicht einmal der längste der beiden Quellflüsse. Dies ist nämlich die Breg, die bei Furtwangen entspringt und dort sofort zur eigentlichen Donauquelle erklärt wird. Nun, etwa 1,5 km unterhalb der Stadt vereinigen sich Brigach und Breg („bringen die Donau zu Weg“). Dort steht der Flusskilometer 2779. Als einziger europäischer Strom beginnt die Kilometrierung an der Mündung. Der Kilometer 0 liegt aber inzwischen weit landeinwärts, weil die Donau unermüdlich Material ins Schwarze Meer ablagert. Somit sind es derzeit ab dem Zusammenfluss 2811 km (und ab der Bregquelle 2857 km, obwohl dort 2888 km steht). Weil die Donau bei Immendingen versickert und vom Aachtopf aus in den Rhein fließt, meint man in Tuttlingen, dass die Donau eigentlich erst hier beginnt. Somit sind alle Klarheiten über den Anfang der Donau beseitigt. Die Donau hat außerdem eine Mutter: Auf einer Skulptur ist sie mit der jungen Donau als Kind im Schoße der Baar zu sehen und weist ihr den Weg „Do naa“. Somit beenden wir bestens informiert die Wanderung zum 2779er-Stein, gehen zurück ins Hotel und checken aus.

Nun beginnt die Rückreise, jedoch nicht entlang der Donau nach Ulm, sondern vorbei am Bodensee mit Hzl – IRE – RE – M (12.39 – 19.32 Uhr; umsteigen in Donaueschingen, Singen [Hohentwiel], Ulm Hbf und München Hbf) heim nach Rosenheim, bzw. Kolbermoor.

 

Das waren jetzt 28 verschiedene Züge und drei Trambahnfahrten in vier Tagen mit einem Gesamtfahrpreis in Höhe von 33,00 Euro pro Person. Für Eisenbahnfreunde war es eine ideale Reise, egal ob für einen E-Lok, einen Diesel- oder Dampflokfan. Wir haben wunderbare Landschaften erlebt und sehenswerte Orte. Das Ganze bei allzeit guter Laune und schönstem Wetter!